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Zwölf Tage nach dem Jahrhundertbeben in Haiti
- Artikel vom:
- 25.01.2010
- Quelle:
- Luxemburger Wort
- Thema:
- Scoutismus Luxembourg
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Hoffnung bis zum Schluss
24-Jähriger aus den Trümmern gerettet / Opferzahl steigt auf mehr als 112 000 Tote / 609 000 Menschen obdachlos
Jeder Tropfen zählt: In Cité Soleil, einem Slum in Port-au-Prince, drückt ein US-Soldat den letzten sauberen Wassertropfen für ein Mädchen aus.(FOTO: AFP)
Das Erdbeben in Haiti hat mindesten 112 000 Menschen das Leben gekostet und ist damit eine der zerstörerischsten Naturkatastrophen der vergangenen 100 Jahre. Die Suche nach Überlebenden wurde zwar offiziell am Freitag eingestellt – und doch gab es danach noch ein kleines Wunder: Ein französisches Team rettete am Samstag, elf Tage nach der Katastrophe, einen 24-Jährigen aus den Trümmern eines Hotels. Insgesamt konnten die Rettungskräfte 133 Überlebende aus zerstörten Gebäuden ziehen.
In der Umgebung der Hauptstadt Port-au-Prince seien noch immer etwa 609 000 Menschen ohne jegliches Obdach, berichtete die UN-Organisation für Migration (IOM) in Genf unter Berufung auf die Regierung Haitis. Es würden dringend Zelte benötigt, sagte IOM-Sprecher Jean-Philippe Chauzy am Sonntag in Genf. Andererseits verließen immer mehr Bewohner die Hauptstadt: Mehr als 130 000 hätten bereits das Angebot der Regierung angenommen und seien in den Norden und den Südwesten gegangen.
In Port-au-Prince wurde am Samstag der Erzbischof von Haiti, Joseph Serge Miot, beigesetzt. „Diese Trauerfeier ist für alle, die ihre Angehörigen nicht beerdigen konnten, und für die Menschen, die für immer verschollen bleiben werden“, sagte die aus Kolum-bien stammende Ordensfrau Lina. An der Trauerfeier nahm auch Präsident René Preval teil, der seit dem Beben kaum in der Öffentlichkeit erschienen war.
Der am Samstag gerettete Mann namens Wismond Exantus hatte elf Tage unter den Trümmern des Hotels „Napoli Inn“ gelegen. Mit einer internationalen Geberkonferenz in Kanada soll heute (Montag/15.00) der Wiederaufbau des von einem Erdbeben verwüsteten Haiti angeschoben werden. Die kanadische Regierung empfängt in Montreal neben dem haitianischen Premier Jean-Max Bellerive die Außen- und Finanzminister und andere Abgesandte von mehr als 20 Staaten.
Die Spendengala vor allem amerikanischer Stars – unter anderem mit George Clooney oder Madonna – hat derweil fast 60 Millionen Dollar (42,5 Millionen Euro) eingebracht. Dabei würden die Spenden auch am Tag nach der Veranstaltung aus Los Angeles, New York und London nicht abreißen, berichtete CNN am Sonntagmorgen. Nach Angaben des Senders ist dieser Betrag ein Rekord für eine Spendenshow nach einer Naturkatastrophe.
Luxemburger Organisationen planen Wiederaufbau
Nach und nach werden die Auswirkungen des Erdbebens in Haiti auf die Projekte von luxemburgischen Hilfsorganisationen im Karibikstaat sichtbar. „Objectif Tiers Monde“ hat große Schäden an ihren Infrastrukturen zu beklagen. „Action Avenir Haïti“ wird die sich nun bietende Möglichkeit nutzen, ihre Schule sicherer auszubauen, und die ONGD- FNEL wird ihr Projekt in Akil Samdi wie geplant durchführen können. (dpa/mim)Seite 4, 5, 16, 17 und 69
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Verlag: Luxemburger Wort Publikation: Luxemburger Wort
Ausgabe: Nr.20 Datum: Montag, den 25. Januar 2010
Seite: Nr.1
